Briefe an meine Tochter

Briefe an meine Tochter. #61

4. Januar 2015

Mein kleines Herzchen,

 

der letzte Brief an dich ist schon eine ganze Weile her und ich möchte ab sofort wieder regelmäßig meine Briefe an dich schreiben. 

 

Vor wenigen Wochen bin ich hier mit dir halb verzweifelt. Egal was ich (oder auch Papa) gemacht haben, irgendwie war es immer falsch. Du hast viel geweint, warst wirklich sehr anstrengend und fordernd und wir als Eltern waren oft überfordert und ich desöfteren den Tränen nahe. Auch habe ich in diesen Wochen viel mit dir gemeckert, schlichtweg, weil ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste. Und jeden Abend hatte ich einfach ein super schlechtes Gewissen, wenn wieder ein Tag bzw. Nachmittag rum war, an dem ich gefühlt die ganze Zeit gemeckert habe.

 

Natürlich macht dich das dann auch nicht zufriedener, was ich auch vollkommen verstehen kann. Solche Phasen sind anstrengend für uns alle. Dich und uns. Und man muss schauen, wie man aus diesem Strudel wieder rauskommt ohne genervt zu sein. Irgendwann legte es sich, deine Laune wurde wieder besser und wir wurden wieder ruhiger und entspannter und so legte sich das.

 

Den Urlaub habe ich sehr genossen. Nicht einmal habe ich gedacht, dass ich dich gerade lieber in der Kita statt zu Hause hätte. Ich konnte mich in meinem Urlaub so sehr entspannen, dass ich die Zeit mit dir (und Papa) unheimlich doll genossen habe und wiedermal habe ich gemerkt, dass du darauf ebenso entspannt reagiert hast.

 

Man sagt ja, die Kinder sind der Spiegel von einem selbst und es stimmt. Ich merke es immer wieder. Wenn ich eine hektische und stressige Zeit habe, übernimmst du es für dich ebenso. Und dann passiert genau das, was vor einigen Wochen geschah. Ich möchte das nicht mehr. Ich werde mir nun einfach die Zeit und Ruhe für dich nehmen. Bleibt eben mal eine Geschirrspülerladung nen Tag länger liegen und mag sich der Wäscheberg noch höher türmen. Ich möchte nicht mehr so abgehetzt sein, sondern bewusst die Zeit genießen. Mit dir! 

 

Und ich entschuldige mich für die letzten stressigen Zeiten, das viele Gemeckere und das ich dann auch mal ungerecht werde (manchmal meckerte ich, obwohl es im nach hinein betrachtet gar nicht nötig war). Ich werde mich bessern mein Schatz. Das kannst du mir glauben. 

 

Ich liebe dich,

 

deine Mama

 

 

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