Briefe an meine Tochter

Briefe an meine Tochter. #66

4. Januar 2016

Hallo mein kleiner Schatz,

 

nun schreiben wir schon das Jahr 2016. Über 4 wundervolle Jahre bereicherst du unser Leben. Von Tag zu Tag wirst du größer, bildet sich dein Charakter, lernst du immer mehr. Du kannst schon soviel erzählen und das tust du auch. Den ganzen Tag. Du erzählst uns wundervolle Geschichten, voller Fantasie. Du lädst uns zum träumen ein. Wir können ebenso gut über deine Geschichten mit dir lachen, weil du auch ein richtiger Quatschkopf sein kannst. Du bist so eine witzige und lebensfrohe kleine Dame. Du lebst die puren Emotionen. Tag für Tag. 

Manchmal kann das ziemlich anstrengend sein. Denn, es ist nicht immer alles schön und lustig. Du kannst nämlich auch sehr launig sein und gerade im Punkto Kleidung habe ich glaube ich die letzten Monate einige graue Haare und Falten der Verzweiflung bekommen. Manchmal, da zweifle ich an mir. Ob ich etwas falsch gemacht habe? Oder übertreibst du? Soll ich das Ernst nehmen? Oder machst du dann weiter, wenn ich dir dafür soviel Beachtung schenke? Ich probiere täglich zu schlichten bei diesem Thema. Mal gelingt es, mal nicht. Dennoch kann ich das und vorallem dich nicht einfach ignorieren. Das fände ich falsch. Du teilst mir ja nur deine Sorgen mit, wenn auch manchmal auf sehr anstrengende Weise.

Manchmal, da fühle ich mich schlecht, weil ich lauter werde. Und danach plagt mich das schlechte Gewissen. Sehr sehr doll sogar. So habe ich das als Kind ständig erlebt. Und jedesmal erschrecke ich mich vor mir selbst und sehe mich in dir. Wie ich mich gefühlt habe. Schrecklich. Und dann plagt mich das schlechte Gewissen nochmehr. So komme ich immer zu dir und entschuldige mich dafür, drücke dich und rede nochmal in Ruhe mit dir über das Problem. 

Manchmal, ist es schwer und dann wieder leichter. Dennoch würde ich um nichts in der Welt tauschen wollen. Ich liebe es Mutter zu sein. Und zwar ganz genau DEINE. Du bist zauberhaft, mit all deinen Charakterzügen. Du bist so unfassbar ehrlich und herzlich. Dir liegen die Worte auf der Zunge und so sprudeln sie auch aus dir raus. Das kann manchmal unangenehm sein, aber so sind Kinder. so bist du. Und dennoch hoffe ich so sehr, dass du das beibehältst. Viel mehr Leute sollten so sein wie du. Ehrlich und aufrichtig. 

Weißt du, manchmal wäre ich gerne ein bisschen mehr wie du.

Ich liebe dich,

deine Mama

 

 

 

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1 Kommentar

  • antworten Saskia 4. Januar 2016 um 23:07

    Liebe Mine,

    all deine Briefe schreibst du immer mit soviel Gefühl. Man merkt, wie sehr du deine Tochter liebst. Und ich denke, es gibt keine Mutter die Fehlerlos ist oder nie lauter wird. Ich kann dich da aber verstehen.
    Mach weiter so. Ich lese diese Briefe unheimlich gern und ich denke, deine Tochter wird sich später dafür noch ein Stückchen mehr lieben.

    Liebe Grüße,
    Saskia

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