Briefe an meine Tochter

Briefe an meine Tochter. #67

10. April 2016

Mein liebes Kind,

 

lange schrieb ich dir keine Zeilen und das möchte ich heute ändern. Es wird mal wieder Zeit meine Gedanken niederzuschreiben. In der Welt passiert momentan soviel schlechtes und böses. Dinge, die ich niemals verstehen werde warum Menschen zu solchen Taten fähig sind, wie Menschen soviel Hass in sich tragen können und diesen sogar noch austeilen. Oft liege ich momentan wach im Bett, kann nicht schlafen. Ich denke darüber nach wie sich all das in den nächsten Jahren entwickelt und wie deine Zukunft wohl aussehen wird. Und ich muss zugeben, ich habe angst. Angst, dass deine behütete Welt irgendwann zerfällt. Angst davor, mit wieviel Hass du vielleicht in deiner Umgebung und Gesellschaft groß werden musst. 

Momentan bringt es dich aus den Fugen, wenn jemand das letzte Stück Schokolade isst, wir das Enten füttern ausfallen lassen müssen, weil es einfach zu sehr regnet. Oder gar, wenn die Tomatensauce auf den Nudeln, statt darunter ist. Da muss ich schmunzeln. Weil ich in deine heile Welt eintauche und mir denke, dass diese Probleme für dich einfach wahrlich schlimm sind. Und ich möchte dich so gerne so lange wie möglich in dieser Blase lassen, wo solche Dinge deine größten Probleme sind. Du bist einfach noch so gut. Du hast so eine reine und liebevolle Seele. Als du mich nach meiner Mutter fragtest, ob sie tot sei und ich das verneinte und dir sagte, dass ich mich getrennt habe, weil sie ein nicht so guter Mensch ist und mir einfach nicht gut tut, fragtest du mich, ob sie mir Fernsehverbot gab und es deswegen so ist .. ach mein liebes Kind. Ich wäre froh, wenn Menschen im allgemeinen nur böse wären, wenn sie den Lolli klauen.

Aber noch dürfen dich all die kleinen Probleme so belasten. Und ansonsten möchte ich das Leben mit dir und deinem Papa genießen. Wir lassen uns nicht unterkriegen und stützen und lieben uns. Kindheit ist die schönste Zeit im Leben und ich möchte, dass du später auf eine glückliche und zufriedene Kindheit schaust. Das es dir gut geht und sich dein Charakter bilden kann. Ich hoffe, dass du so bleibst wie du jetzt schon bist. Ein herzensguter Mensch, der Stress aus dem Weg geht und liebevoll ist. Ohne Vorurteile neue Menschen (und Kinder) kennenlernst. Das du weiter so hilfsbereit und neugierig bleibst.

Du bist ein ganz wundervoller kleiner Mensch. Und auch, wenn es nicht immer einfach mit dir ist, so bringen wir dich dennoch immer lachend und glücklich ins Bett.

Wir lieben dich,

deine Mama und Papa

 

 

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1 Kommentar

  • antworten Marion 29. Juli 2016 um 22:14

    Mir kommen die Tränen. So schön geschrieben.
    Halte gerade meinen 5 Monate alten Sohn im Arm und blicke auf meinen 2-jährigen, der friedlich neben uns schläft.
    Deine Gedanken und deine Ängste sprechen auch mir aus der Seele.

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