Persönliche Erinnerungen/ Gedanken

Meine Schwangerschaft …

18. Oktober 2014

Wow, schon fast 3 Jahre ist meine Schwangerschaft her und dennoch kann ich mich an so ziemlich alles so genau erinnern, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

 

Nachdem wir im November 2010 unser Sternchen gehen lassen mussten testete ich am 14. Februar 2011 wieder positiv und ich war einfach nur glücklich. Ich glaube, ich habe den ganzen Tag wie ein Honigkuchenpferd gestrahlt. 😀

 

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Die Schwangerschaft war dennoch, gerade am Anfang, von vielen Ängsten meinerseits begleitet. Wird das Kleine diesmal bei uns bleiben? Wird alles gut? Verkrafte ich einen 2. Verlust evtl. nochmal? Wie werden die ersten Termine für mich sein etc. Viele Fragen wo nur die Zeit eine Antwort geben konnte. Der 1. Termin beim Frauenarzt war am 3. März 2011 und ich schaute erst auf den Monitor als mir der Arzt versicherte das alles super sei und auch das Herzchen schon pocht. Ich habe dort vor Freude und Erleichterung geweint. Dennoch blieb die Angst und somit konnte ich auch mal zwischendurch zu meinem Arzt, falls ich mich unsicher fühlte. Ich muss schon sagen, mein Frauenarzt (ein Mann) ist klasse und sehr einfühlsam gewesen in der Schwangerschaft. Er hatte mich auch bei unserem Verlust schon sehr toll begleitet und stand mir sehr zu Seite.

 

Ich fing auch recht am Anfang an alles zu dokumentieren, vorallem den Wachstum meines Bauches und ich habe ein tolles Erinnerungsfoto an meinen Vorschwangerschaftsbauch. Meine Güte, wenn ich dran denke das ich mich damals zu dick fühlte, fühle ich mich gleich doppelt mies gerade *lach* Aber ich bin schon wieder FAST an dem alten Foto dran 😀

 

 

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Mein Bauch wuchs am Anfang wirklich sehr langsam … so richtig einen kleinen Bauch erkannte man erst so ab der 22. Schwangerschaftswoche. Und auch generell war es eher ein recht kleines Bäuchlein, aber geliebt habe ich ihn sehr, denn für mich war mein Babybauch das Größte. Es beinhaltete ja auch das wundervollste in unserem Leben.

 

Die ersten Wochen begleitete mich eine doch recht starke Übelkeit, ich glaube, zu der Zeit konnte ich auch nicht mehr sagen als „mir ist so schlecht.“ Aber übergeben musste ich mich nie. Ich bekam von meiner Hebamme dann sogar eine Akupunktur dagegen und ich kann es nur jedem empfehlen. Meine Übelkeit war sehr schnell für 1,5 Wochen weg 😀

 

Ich befand mich zum Beginn meiner Schwangerschaft in der Endphase meiner Ausbildung: Sprich in den Abschlussprüfungen. Einen Abend vor meiner KSK-Prüfung merkte ich ein Blubbern im Bauch, dachte mir aber nichts groß dabei. Am nächsten Tag mitten in der Prüfung merkte ich zum Blubbern dann doch einen richtigen Stups. In der ca 15. Schwangerschaftswoche merkte ich also den 1. richtigen Tritt. Sichtbare Tritte folgten in der 18. oder 19. Schwangerschaftswoche. Ganz unten am Bauch konnte man sie im liegen sehen 🙂 Das war richtig schön gewesen. Als meine Prüfungen beendet waren konnte ich also nur Schwanger sein, denn angestellt hätte mich eh keiner. Aber ich hatte mich für ein Fachabitur beworben und noch ganz zum Schluss eine Zusage erhalten. Also fing ich in der 32. Schwangerschaftswoche nochmal an die Schulbank zu drücken. Aber nicht lange, denn der ganze Stress verursachte bei mir Schmerzen und mein Frauenarzt schickte mich in der 34. Schwangerschaftswoche in den Mutterschutz.

 

Jedenfalls zwischen Abschlussprüfung und Fachabitur heirateten mein Mann und ich noch, ich feierte meinen Junggesellenabschied und rannte dabei mit nackten Füßen und einem anderen Junggesellen durch den ekelhaften Brunnen auf dem Alexanderplatz. Mia hat in meinem Bauch eigentlich schon recht lustige Dinge mitgemacht 😉

 

Auch ein Bauchshooting gab es und dabei sind ebenfalls ganz wundervolle Fotos entstanden. Meine 4 liebsten mag ich euch nun mal zeigen. Die Fotos sind in der 29. Schwangerschaftswoche entstanden.

 

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 Ansonsten shoppte ich fleißig, war in einem Mamaforum sehr aktiv, habe sehr viel geschlafen (da ich das Nachts nicht mehr konnte – mir raubten nämlich ein schnarchender Mann und das RLS den Schlaf – so ging ich meist erst Morgens um 7 Uhr schlafen, wenn der Mann zur Arbeit ging), mich ärgerte dann auch noch eine Schwangerschaftsdermatitis und ganz fieses Sodbrennen.

 

Ansonsten aber verlief meine Schwangerschaft sehr gut. Es gab eigentlich keine größeren Probleme als die üblichen Wehwehchen sag ich mal 🙂 

 

Die Tritte wurden von Tag zu Tag stärker und die Vorfreude wuchs immer mehr. Und man machte sich immer mehr Gedanken wie sie wohl aussehen wird? Wie groß und schwer? Und vorallem geisterte mir die Frage im Kopf, wieviele Haare sie wohl haben wird. Denn bei meinem Sodbrennen und wenn man den Ammenmärchen glauben schenkte, musste sie eine ganze Menge haben 😉

 

Da fällt mir ein, das 1. Outing erhielt ich in der 15. SSW, denn wir sahen nichts zwischen den Beinen 😉 Da war mir (warum auch immer und ohne Bestätigung der Ärztin) klar, das wir ein Mädchen bekommen. In darauffolgenden Terminen wurde es mir auch immer bestätigt und bei der Feindiagnostik konnte man es sehr gut erkennen 😉

 

Wir selbst machten von meinem Bauch immerwieder Bilder, ich habe so unfassbar viele Bauchbilder, aber ich erfreue mich sehr daran. Ich habe die letzten Tage sehr viel meine Fotos und Videos angeschaut.

 

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Na, habt ihr das Schäfchen erkannt? Das ist Mias allerliebstes Schaf. Leider gibt es das nicht mehr zu kaufen und somit darf das Schaf nur bei Reisen das Haus verlassen *kicher* 

 

Auch gab es bei mir eine „Fehlalarm“. Ich hatte immer so ein stechendes Gefühl am Muttermund (nachdem ich tagelang vorher das Gefühl hatte das Mia sich da mit ihrer Hand durchgraben wollte *autsch* ) und es wurde nicht besser. Ich dachte ich hätte Wehen die ich nicht so merke, die aber wirksam sind. Also ab ins Krankenhaus, ans CTG und Ernüchterung. Der Muttermund war bombenfest und kein Stück geöffnet. Befund: Geburtsunreif und wir konnten wieder nach Hause gehen 🙂 Nachdem ich eine Frau aus dem Kreissaal hörte war mir das auch ganz recht ;-D 

 

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Tja .. und dann war es soweit. 40 + 0 und es hat sich rein gar nichts getan. Mia lag weder fest im Becken noch machte irgendwas den Anschein das es los geht. Nachdem ich dann ständig zu den CTG´s und Ultraschallen musste war klar, von alleine passiert nicht viel. Die Plazenta war schon stark verkalkt und auch das Fruchtwasser wurde weniger und so vereinbarten wir bei 41 + 0 den Termin zur Einleitung. Was habe ich geheult. Ich fand den Gedanken ganz ganz furchtbar. Wenns nach mir gegangen wäre, hätte ich es gerne sehr spontan gehabt. Zum Beispiel beim Einkaufen – plopp, Blase gesprungen, ab in den RTW und knapp ins Krankenhaus geschafft und Kind ist da … HA HA HA .. die Rechnung habe ich nicht mit meiner Tochter gemacht …

 

Bei 41 + 0 kam ich am Morgen um 11 Uhr ins Krankenhaus. Befund war immer noch Geburtstsunreif, keine Wehen, Kind nicht im Becken .. nichts. Wir starteten also bei null. Ich bekam eine Tablette und dann musste ich auch schon ans CTG. Ansonsten verlief der Tag so:

 

CTG, laufen, CTG, laufen, CTG, laufen, CTG, laufen, Badewanne – starke Wehen, ins Zimmer mit Schmerztabletten, Mann und Freundin weggeschickt, kaum waren sie weg wusste ich, dass ich Wehen hab, ab in den Kreissaal. 

 

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Das lustige ist, meine Hebamme meinte immer zu mir: „Wenn du richtige, echte Wehen hast, dann weißt du das und fragst nicht mehr.“ Und es war tatsächlich so. Mein Mann rief mich nochmal an, nachdem er zu Hause angekommen ist und um sich hinzulegen. Ich schrie und heulte derweil ins Telefon und sagte zu ihm, dass ich jetzt in den Kreissaal gehe und eine PDA will. Er schluckte nur und meinte, dass ich wohl wirklich Schmerzen haben muss. DENN, ich wollte nie eine PDA. Was hab ich in der Schwangerschaft noch rumgeprahlt das ich es ohne schaffe … nee, nichts zu machen.

 

Um 1 Uhr war ich im Kreissaal und hatte recht schnell auch meine PDA und gegen 3 Uhr platzte die Blase und ab da wirkte die PDA leider nicht mehr .. mehr möchte ich auf die Geburt nicht eingehen 🙂 Um 8:34 Uhr war sie jedenfalls ENDLICH da.

 

Ich muss sagen, die Schwangerschaft war wundervoll. Das ist ein Teil in meinem Leben, den ich liebe und nie vergessen werde. Die Geburt dagegen, war das allerschlimmste was ich je erlebt habe. Es war einfach nur furchtbar, zusätzlich hatte ich eine grausame Hebamme. Der schönste Moment war erst, als ich meine kleine Maus gesund und munter in meinen Armen gehalten habe. Tja .. und dieser Moment liegt nun fast 3 Jahre hinter mir .. hinter uns .. das Abenteuer nahm seinen Lauf.

 

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Und plötzlich ist das Kapitel Schwangerschaft beendet. Zack, vorbei von der einen auf die andere Sekunde. Man hält ein wahres Wunder in seinen Armen und ist einfach nur geflasht. Die kleinen Füße und Hände, die kleine Nase … alles ist einfach so unfassbar KLEIN. Und eigentlich doch so groß! 

 

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Und nun ist mein kleines Mini Menschlein zu einem schon recht großen Menschen herangewachsen. Und ich staune einfach immerwieder .. und das hat auch einfach kein Ende.

 

Wie sind denn eure Schwangerschaften verlaufen? Und wie empfandet ihr die Geburt? Teilt jemand mit mir die Meinung das es das Schlimmste Erlebnis war oder sind die Meisten mit einer tollen Geburt gesegnet und empfanden es daher als das Schönste im Leben?

 

Hiermit beende ich diesen Post erstmal. Ich schwelge dennoch ein bisschen in Erinnerung .. an diese wunderbare Zeit. 

 

Ich wünsche euch einen wundervollen Abend,

 

eure Mine

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1 Kommentar

  • antworten Anne 19. Oktober 2014 um 19:25

    Hallo Mine,
    ich wollte auch keine PDA, dafür eine Wassergeburt. Aus beidem ist nichts geworden. Die Geburt ansonsten war okay. Leider musste meine Tochter gleich medizinisch versorgt werden und wir konnten nicht kuscheln. Diesen ersten innigen Momenten trauere ich immer noch nach. Ansonsten finde ich es auch unfassbar, wie die Zeit vergeht.
    Viel Freude beim Schwelgen
    Anne

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