Persönliche Erinnerungen/ Gedanken

Ein gutes Gefühl.

21. März 2013

Kennt ihr das? Wenn ihr bei einer Sache ein gutes Gefühl habt, dann klappt es besser, zum Beispiel geht man entspannter in eine Prüfung, wenn man dafür gelernt hat. Manchmal ist aber die Frage, wie bekommt man dieses gute Gefühl und wann überwiegt dieses mehr als die Unsicherheit?

 

Ich nerve euch schon sicherlich mit meiner „Kitaphobie“, aber wisst ihr was? Ich bekomme ein immer besseres Gefühl. Nein, ich rede mir jetzt nicht meine Welt bunt und das Leben ist kein Ponyhof. Bei der Elternversammlung bekam ich ja einen hormonellen Gefühlsausbruch und weinte. Da stand einfach fest, das mein jetzt so fester Rhythmus und dieses Leben wie wir uns es gerade aufgebaut hatten, zerbrach. Wobei zerbrach ich das falsche Wort. Aber die Gewohnheit die man sich aneignete wird nun bald vorüber sein. Ich bin nichtmehr 24 Std. am Tag mit Mia zusammen. Ich kann sie nichtmehr 24 Std am Tag beschützen und auch kann ich sie nichtmehr 24 Std am Tag allein versorgen, bespaßen, spielen etc. Das übernehmen nun für gewisse Stunden andere für uns.

 

Jedenfalls war ich nach der Elternversammlung wirklich aufgewühlt. Mich plagten die Fragen wie: Schaff ich das? Kann ich mein Kind wirklich in andere Hände geben? Werde ich zum Nerven“Wrack“? Weine ich jeden Tag? Habe ich die Konzentration dann im Job bei der Arbeit oder bei Mia? Fühlt Mia sich hier wohl? 

 

Auf viele Fragen, weiß ich noch keine Antwort, aber auf eine schon. Ich habe nämlich mittlerweile ein gutes Gefühl. Und es gibt auch einen ausschlaggebenden Punkt, weswegen dieses Gefühl nun da ist. Gestern rief mich die Kitaleitung an. Schon bei der Elternversammlung war sie mir positiv aufgefallen. Alle Mitarbeiter der Kita waren wirklich nett und sympathisch.

 

Jedenfalls besprachen wir die Zeit und den Tag, wann es nun mit der Eingewöhnung los geht. Natürlich entschuldigte ich mich dann auch für meinen kleinen Heulanfall, woraufhin sie mich beruhigte und mir sagte, das sie das ganz und gar nicht schlimm fand. Sie findet es gut, das auch Emotionen dabei sind. Der eine weint öffentlich, der andere zu Hause hinter verschlossenen Türen. Ich erzählte ihr von meinen Ängsten, auch die Angst nicht loslassen zu können. Auch da beruhigte sie mich und sagte mir, es sei wichtig genau darüber zu sprechen. Sollte mir das so sehr auf dem Herzen liegen, dann nehmen sich die Erzieher auch für mich Zeit für Gespräche. Und genau DAS vermittelte mir mein gutes Gefühl. Nein, nicht weil ich mir denken könnte ich hätte jetzt günstig psychologische Hilfe, sondern einfach der Punkt, das natürlich die Kinder im Vordergrund stehen, aber auch die Eltern berücksichtigt werden. Wenn Erzieher schon so nett auch auf Eltern eingehen, dann noch viel besser auf die Kinder. Das vermittelte mir ein Gefühl von Menschlichkeit, Geborgenheit und Freundlichkeit.

 

Sie sagte ebenfalls, wir lassen uns Zeit. Wenn wir eben ein paar Tage mehr brauchen, dann ist das eben so. Jede Mama und jeder Papa sind anders. Den einen fällt es leichter, den anderen schwerer. Sie nahm mir wirklich meine Angst. Natürlich werden noch immer Emotionen dabei sein, aber ich glaube ich packe das. Ach was, ich glaube nicht, ich weiß das 🙂

 

Weil, mit einem guten Gefühl fällt einem vieles leichter.

 

Ich freue mich mittlerweile schon darauf. Es wird mir natürlich schwer fallen loszulassen, aber welcher Mama fällt das nicht. Aber, Mia wird Freunde finden, wird toben, spielen, lernen. Sie lernt nun einige Sachen für ihr Kleinkindleben. Und die Kinder werden auch immer mal fotografiert, die Fotos bekommen wir Eltern, damit wir auch sehen, was unser Kind macht, wenn wir mal nicht dabei sind. Mia und mir wird die Trennung auf Zeit auch gut tun. Sie kann sich frei entfalten und merkt, das ich ihr vertraue, das sie auch ohne mich Dinge schafft. Ich werde ihr die Flügel schenken, um sich frei zu entfalten. Und auch ich bekomme somit ein Stück Freiheit wieder. Ich kann mal ausspannen, ich kann auch wieder ein wenig Karriere machen und werde eine, warscheinlich, entspanntere Mama sein, weil ich auch mal was für mich tun kann. Und wenn es nur das ist, mal 6 Stunden auf Arbeit zu sein und nicht an Windeln, Feuchttücher, Trotzphasen und co. zu denken.

 

Ich habe ein gutes Gefühl und wir werden diesen Schritt mit Bravour meistern. Ich werde irgendwann locker an der Tür stehen und und zu Mia sagen: „Tschüß meine Maus, viel Spaß. Bis später“! Und sie wird beim abholen, fröhlich und lachend auf mich zukommen.

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9 Kommentare

  • antworten MamaMia 21. März 2013 um 10:41

    Hach, ich fühle so mit!
    Dein Beitrag ist so schööööön.
    Bei uns wird es wohl heue rim Juni oder so auch soweit sein udn mir gehts es ganz genauso wie Dir!
    Fühl Dich umarmt!
    Du beschreibst das sos chön.
    Schenken wir ihnen doch die Flügel, die Wurzeln haben wir ihnen hoffentlich bereits mitgegeben.
    So schwer, dieses kleine stückchen loslassen…
    Ich bin ja auch so eine Glucke, hatte unsere Mimi in den letzten 2 Jahren niiiie abgegeben, vielleicht mal 1-2-Std. bei Tantchen neban (wirklich nebenan! *g*) oder erstmals letzte woche 1 tag bei Oma.
    Das kann ich auf eine rHand abzählen.
    Und nun bald täglich paar Stunden und dazwischen im Herbst dann den Kopd frei haben paar Std. zu arbeiten?
    Ich kann mir das alles auch noch so wenig vorstellen, habe wir doch auch unseren täglich, wunderbar stimmigen, eingespielten Rhythmus gefunden.
    Doch wie Du habe ich dennoch ein gutes Gefühl, weil ich weiß das es es unserem Mädchen gut tun wird.
    Hach… Ihr schafft das!
    Und es wird Eurere Mia bestimmt voll gefallen, wenn auch es für sie eben ein neuer, weiterer schritt ins Leben hinaus ist.
    In ihr Leben.
    Ihr werdet das toll amchen.
    Ich bin sooo gespantn auf Deine esten Berichte!
    Alles alles Liebe für euch ja?
    GLg, MamaMia

    • antworten Mimi_Erdbeer 23. März 2013 um 00:13

      Hallo Mia,
      mensch, ich habe jetzt erst deine Beiträge gesehen, die waren im Spam *Frechheit*
      Freue mich das du hier mitliest, lese doch auch so gern bei dir 😀
      Ich habe Mia auch nur wenige Stunden weggegeben. Meist wurde hier zu Hause auf sie aufgepasst. Mitgegeben hab ich sie NIE … Oje Oje 🙂 Aber ich weiß das sie die Kita toll finden wird und sie das auch braucht 🙂
      Deine Kleine wird das auch meistern und auch wir Mama´s 🙂
      Drück dich ebenfalls.
      Liebe Grüße
      Mine

  • antworten Lila Zauberhaft 21. März 2013 um 16:06

    Hallo liebe Mine,

    das geht am Ende alles schneller als du denkst 😉

    Für mich war die erste Zeit auch immer so traurig. Dabei geht Noah ja nur zwei Mal die Woche zur Tagesmutter. Er war aber sooo schnell unabhäging.
    Schon beim Kennenlernen war ich vollkommen „weg“. Er hat mich nicht mehr beachtet.

    Heute freut er sich jeden Tag wie Bolle wenn ich ihn abhole! Das Schöne ist wirklich zu wissen, dass es ihm dort gut geht!
    Mia wirds toll finden und wenn die erste Wehmütigkeit vergangen ist, wirst du das auch genießen 😉

    • antworten Mimi_Erdbeer 22. März 2013 um 08:05

      Ja, ich denke auch, wenn ich die Abnabelung geschafft habe, wird´s für mich auch gut und Mia die packt das mit Links 🙂

  • antworten Anja 21. März 2013 um 20:45

    HAch meine Liebe Mine

    Ich kann dich nur zu gut verstehen und nein du nervst niemanden damit …
    Ich hatte auch so Tage wo ich noch nicht mal mehr wußte was ich mit der Kinderfreien Zeit anfangen sollte und dachte was habe ich nur ohne gemacht ?
    Und dann gab es und gibt es jetzt Tage wo ich mir manchmal nach der Arbeit und Kita mir irgendwie ein bissel Freiraum wünsche ….
    UNd ja es ist schön mit Kollegen oder überhaupt mal zu quatschen ohne irgendwelche Schubgeschichten u.s.w. von den Kindern auszutauschen ….
    Und auch bei dir wird es so sein du wirst sehen und wirst ganz viel Freude an deinem Kitakind Mia haben die wenn sie quatscht dir den ganzen Kitatag hoch und runter erzählt . Oder die ein gelerntes Lied zum 12457237 mal singt 🙂 Ja das schaffst du meine Liebe

    Drücka Ani

  • antworten Papi redet mit 21. März 2013 um 23:55

    Liebe Mine,

    es geht nicht nur Euch Mamis so, auch für mich als Papi ist es total komisch das Melinchen bald ein Stück ihres Weges ohne uns geht. Aber ich glaub wir Papis sind etwas härter im Abschied nehmen. 🙂

    Ich wünsche Euch und uns das alles gut klappt. Wir haben jetzt Kindergartenkinder unglaublich, aber wahr. 🙂

    Liebe Grüße, Christian

    • antworten Mimi_Erdbeer 22. März 2013 um 08:04

      Ja, da hast du natürlich Recht. Bei unserem Elternabend saß auch ein Papa, der gleich meinte, auch ihm fällt es schwer 🙂
      Bei uns ist es so, das Björn den ganzen Tag außer Haus ist und sich da in dem Sinne nichts ändert, wann er Mia sieht. Daher fällt es ihm etwas leichter als mir 😉

      Ja, 2 Kindergartenkinder ab April. Das wird was werden 🙂 Noch Glückwunsch zum Platz, das ist wie nen 6er im Lotto 😀
      Liebe Grüße

  • antworten | Wisst ihr noch? Vor einem Jahr? 17. Januar 2015 um 16:06

    […] Könnt ihr euch noch dran erinnern wie ich mir den Kopf zerbrach? Wie ich bei der 1. Elternversammlung in Tränen ausgebrochen bin? Wie ich euch immer wieder in Beiträgen mitteilte, dass ich eine absolute Glucke mit Trennungsängsten bin? Aber könnt ihr euch ebenfalls an meinen Beitrag erinnern, als ich schrieb, das ich ein gutes Gefühl habe? […]

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