Allgemein, Persönliche Erinnerungen/ Gedanken

Endspurt beim Eltern werden.

30. Oktober 2012

Vor genau einem Jahr, am 30.10.2011, waren wir ab morgens um 11 Uhr im Krankenhaus zur Einleitung. Da meine süße Maus ja einfach nicht von alleine ausziehen wollte. Trotz vieler fristlosen Kündigungen musste also wirklich die Zwangsräumung her . . . ich muss sagen, ich war anfangs wirklich sehr traurig darüber, hab den Tag davor so sehr geheult und hatte einfach solch eine Angst und wollte immer eine komplett spontane, natürliche Geburt ohne Hilfsmittel . . .

Nun gut, es sollte eben nicht so sein, was nicht heißt das ich nicht spontan entbunden hab 🙂 Gegen 11 Uhr kamen wir also im KH an und ich wurde erstmal ans CTG geschlossen, keine Wehen, MuMu komplett verschlossen, Kind nicht komplett fest im Becken und der GMH stand auch noch. Klasse 🙁 Aber von Stunde zu Stunde tat sich immer mehr, das ermuntert und ermutigt.

Ich muss ja wirklich sagen, der 30.10.2011 war ein wahnsinns Tag. Noch nie in meinem Leben war ich so voller unterschiedlicher Gefühle. Ich war glücklich, ängstlich, besorgt, wütend, neugierig, genervt und einfach eine emotionale Zeitbombe. Soviele Gefühle auf einmal hatte ich nie, ein solches Wechselbad zwischen Himmelhochjauchzend, genervt, glücklich etc. hatte ich ebenfalls noch nie, nein auch nicht in der Schwangerschaft. Dieser Tag war etwas so besonderes, so war es wirklich der Letzte Tag unseres Lebens wo wir nur ein Paar waren, allein. Nur mein Mann und ich. Ein kleines Wir. Wir wussten, in ein paar Stunden wird dieses kleine wir zu einem großen WIR. Wir waren nichtmehr nur Verheiratet, wir wussten, das wir ganz bald eine FAMILIE sind. 

Der Tag zog sich hin . . . wie Kaugummi. Unser Tag bestand nur aus –> CTG, laufen, CTG, laufen, CTG, laufen . . . irgendwann gegen 19 Uhr Abendbrot essen, laufen, laufen, laufen, in die heiße Wanne – Wehen anregen . . . und ich hatte ja seit der 1. Tablette wirklich Wehen, sie wurden immer doller und nach der Wanne wurden sie etwas unangenehm. Mittlerweile war es kurz vor 23 Uhr. So ließ ich mir als Schmerztabletten geben, damit ich mich noch etwas schlafen legen konnte. Im Zimmer verabschiedete ich meinen Mann und meine Freundin und legte mich ins Bett. Als mein Mann unten am Auto war, rief er mich nochmal an. Ich meinte zu ihm, das ich Schmerzen hätte und ich mich auf´s telefonieren nicht konzentrieren könne, aber er mich nochmal anrufen sollte, wenn er heil zu Hause angekommen ist. In der Zwischenzeit wurde dieses Ziehen immer stärker und stärker. Ich war ganz allein in meinem Zimmer. Und wusste einfach nicht was nun los ist. Ich hab doch Schmerztabletten bekommen, warum helfen diese denn nicht? Nach 30 Minuten ca. rief mein Mann mich an. (Ich muss dazu sagen, ich wollte NIE und wirklich NIE eine PDA. In der Schwangerschaft prahlte ich schon förmlich das ich das alles ohne schaffe und weil meine Angst zudem zu groß vor der PDA ist, wird das eh nie der Fall sein 😉 ) Als mein Mann am Telefon war kam dieser Schmerz wieder, ich schrie ins Telefon . . . mein Mann war still. Ich glaub, er verlor eine Träne, weil er so einen Schmerz von mir nicht kennt. Ich weinte ins Telefon, war fix und fertig und meinte nur noch:“ Ich hab solche Schmerzen, ich werd rüber in den Kreissaal, ich WILL eine PDA!!!“ . . . mein Mann:“Gut, also wenn DU eine PDA willst, dann hast du wirklich Schmerzen!“

Es war ca. 1 Uhr nach dem Telefonat. Ich musste nochmal auf Toilette, meine Sachen zusammenpacken und in den Schrank schließen und zudem konnte ich wegen der Schmerzen kaum laufen. Mir ist bis heute noch ein Rätsel wie ich es ganz allein, ohne Hilfe, in den Kreissaal geschafft habe. Als ich im Kreissaal ankam war es mittlerweile 2 Uhr. Ich heulte in die Klingelsprechanlage und meine Hebamme empfang mich mit den Worten, das sie mich schon viel früher wieder erwartet hätte. Aha. Waren wohl doch keine Schmrztabletten, was? Sie schloss mich mal wieder ans CTG, aber ich wollte nichtmehr ans CTG, ich hatte Schmerzen, wollte doch nur diese Scheiß PDA. Nein . . . CTG (ein Glück nur 10 Minuten) und dann das getaste . . . 4-5 cm :-O WAS?? ERST??? Das war wie ein Schlag ins Gesicht, aber gut. Ich bekam meine PDA. Zwischenzeitlich schrie ich aber die ganze Station zusammen. Heiliger Bimbam waren das Schmerzen. Mal im Ernst, im Fernsehen bei mein Baby sieht das immer so entspannt und toll aus und bei den Teeniemamas schaffen das selbst 15 Jährige. . . Den Rest belass ich nun erstmal. Der 30.10.2011 war wirklich einer der kräftezehrendsten, emotionalsten und mitunter auch schönsten Tage meines Lebens, obwohl nicht allzuviel passiert ist, war es dennoch der Letzte Tag als ich. Mine. Nun bin ich Mama Mine und ich möchte keinen Tag mehr ohne unsere Tochter missen.

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply nähfreundin 30. Oktober 2012 at 20:48

    oh war grad so spannend,wann gehts weiter? 🙂

  • Reply Mimi_Erdbeer 30. Oktober 2012 at 20:57

    *lach* du wieder ;-P
    Mal schauen . . . so ein Geburtstbericht ist ja doch sehr intim. Vielleicht schreibe ich euch noch was 🙂

  • Reply nähfreundin 30. Oktober 2012 at 20:58

    na darauf bestehen wir!!! kannst doch nicht mittendrin aufhören..hihi 🙂

    • Reply Mimi_Erdbeer 30. Oktober 2012 at 21:12

      Na erstmal ja 🙂 Morgen kommt dann alles zum Geburtstag . . sicher auch Stückweise Erinnerungen 😉 So, muss aufräumen und Kuchen backen *Tränchen wegwisch*

  • Reply Luna 2. November 2012 at 12:07

    Ich muss bei Geburtsberichten immer heulen.
    schon vorher .. aber jetzt wo man WEISS WIE WEH das tut .. noch mehr

    • Reply Mimi_Erdbeer 2. November 2012 at 15:30

      Vorher hab ich auch mal ab und an welche gelesen, aber nicht so viele, weil mir die meisten nur nochmehr Angst gemacht haben. Aber nun verschlinge ich sie von anderen *lach*

    Leave a Reply

    Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.