Persönliche Erinnerungen/ Gedanken

Rettet unsere Hebammen.

19. Februar 2014

Hallo ihr Lieben,

 

heute möchte ich nochmals auf ein wichtiges Thema wirklich aufmerksam machen. Auf Facebook habe ich vor ein paar Tagen schon den Artikel mit euch geteilt, indem herausgeht das die Existenz von Hebammen vor dem Aus steht.

 

Die Krankenkasse die für die Haftpflicht zuständig ist/war, kündigt ihre Zusammenarbeit. Aber ohne diese Haftpflichtversicherung dürfen Hebammen NICHT arbeiten. Und dabei handelt es sich nicht nur um all jene die freiberuflich tätig sind, sondern sogar auch um angestellte Hebammen in Krankenhäusern, die zum Teil eine Zusatzversicherung brauchen und diese nicht mehr hätten.

 

Das heißt für Schwangere und Frischmamas, dass es keine Schwangerschaftsvorbereitungskurse, keine Vorsorge, keine Nachsorge, keine Rückbildungskurse und co mehr gibt. Viel mehr müssten jene ins Krankenhaus gehen um sich um die Nachsorge zu kümmern, dann aber wohl bei weniger Hebammen. Was das bedeutet könnt ihr euch vorstellen. Die Entscheidung wo die Geburt sein wird, wird jungen Eltern genommen. Geburtshäuser- und Hausgeburten würden wegfallen und auch eine Beleghebamme fürs Krankenhaus gibt es dann nicht mehr.

 

Ich möchte euch einmal meine Erfahrung mit meinen Hebammen mitteilen. Jetzt.

 

Wie einige von euch wissen, hatte ich vor Mia leider einen Abort. 3 Monate später war ich erneut Schwanger mit Mia. Diesmal suchte ich mir schon in der 8. Schwangerschaftswoche eine Hebamme, denn das wurde mir da schon von allen geraten, da hier im Prenzlauer Berg eine hohe Nachfrage besteht.

 

Schließlich fand ich recht schnell eine Hebamme und machte 2 Wochen später mein 1. Treffen mit ihr aus, damit wir uns kennenlernen konnten. Ich ging also in die Hebammenpraxis und wir lernten uns kennen. Bei einer so angenehmen Atmosphäre. Ich konnte auf der Couch lümmeln, Tee trinken und ihr meine Fragen stellen und meine Ängste und Sorgen mit ihr teilen. Da es mir am Anfang hundeelend mit doller Übelkeit ging, bekam ich da meine 1. Akupunktur gegen Übelkeit. Die späteren Treffen dienten zur Vorsorge und insbesondere ab der 30. SSW fand ich es in der Hebammenpraxis viel angenehmer. Beim Frauenarzt saß ich oft ewig und musste warten. An einem sehr heißen Sommertag sogar an die 3 Stunden, und da in der Praxis gebaut wurde und ein Fehler vorlag war dort noch die Heizung an. Ich wurde gekocht. Das hatte ich bei meiner Hebamme nicht. Wenn ich mein Termin hatte war ich sofort dran und es wurde sich viel Zeit genommen. Immer, bei jedem Termin. Wenn ich Fragen hatte konnte ich Linda (meine Hebamme) jederzeit anrufen und nachfragen. Für mich war das Gold wert.

 

Dann machte ich sogar einen Geburtsvorbereitungskurs mit. Es war für mich einfach schön unter anderen Schwangeren zu sein und noch ein wenig mehr über den Körper in der Geburt zu erfahren. Das diese Kurse nichts für Jedermann sind ist mir klar, aber für mich war auch das eine tolle Erfahrung. Und auch die Hebamme die den Kurs leitete machte es super, nahm sich Zeit für uns Weibsen und es war einfach toll.

 

Mias Geburt geschah unter Einleitung im Krankenhaus. Dort wechselten meine Hebammen immerwieder. Schichtwechsel. Selbst mitten in der Geburt … und dann bekam ich zum Schluss den absoluten Drachen  … Diese Hebamme war alles andere als freundlich, sie beleidigte mich, tat mir weh (ja, das machte sie wirklich!) und war einfach schrecklich. Als ich ihr dann im Kreissaal mitteilte, das ich bitte die Tabletten zum Abstillen hätte (meine Hebamme wusste davon und riet mir dazu das gleich im Kreissaal einzufordern) fing sie an zu diskutieren. Die Tabletten gab sie mir mit einem bissigen Blick + Augenrollen. Nicht gerade kompetent. Aber da gab es noch viel mehr, aber darüber mag ich einfach gar nicht so reden.

 

Als ich dann nach 3 Tagen im Krankenhaus wieder zu Hause war, gab ich meiner Hebamme bescheid und sie kam am nächsten Tag. Mein Fehler war es den Geburtsbericht vorher zu lesen, da stand nämlich von der Krankenhaushebamme bei „Geburtsrisiko“ drin –> Mangelnde Kooperation der Mutter. Das riss mir den Boden unter den Füßen weg und ich heulte und heulte und heulte. Meine Hebamme Linda war es die mich auffing, die mich in diesem Moment tröstete und mir beipflichtete das diese Hebamme dort im Krankenhaus nicht „nett“ sei. Das man sowas nicht in einen Geburtsbericht schreibt. Ich hatte wirklich das Gefühl versagt zu haben und SIE war es die mich aufrichtete und mir wieder einen guten Gedanken an die Geburt gab. Linda ging dann in meiner Nachsorge in den Urlaub und Jewgenia kam dafür. Bei ihr hatte ich schon meinen Geburtsvorbereitungskurs. Auch bei ihr fühlte ich mich klasse aufgehoben. Als Mia mit 4 Wochen auf einmal einen so extremen wunden Po hatte musste ich sie nur anrufen und sie kam am Abend noch vorbei. Egal was ich hatte ich konnte sie anrufen und sie half mir.

 

Auch meinen Rückbildungskurs hatte ich bei ihr. Würde ich wieder Schwanger werden, wäre sie meine Nummer 1 die ich anrufen würde. Und ich würde eine Beleghebamme wollen. Eine, die die ganze Zeit dabei ist. Ohne Schichtwechsel. Das hätte ich eigentlich bei Mia schon sehr gerne gehabt und bereue es noch heute, das ich keine hatte.

 

Für mich steht aber fest: Sollte ich nochmal Schwanger werden, wäre das für mich absolut nicht vorstellbar ohne Beleghebamme und sollte es nun wirklich ab 2015 keine mehr geben, dann bleibt Mia auf jedenfall für immer ein Einzelkind. So eine Geburt stehe ich nicht nochmal durch.

 

Jewgenia & Linda, solltet ihr das hier zufällig lesen – fühlt euch von mir ganz doll gedrückt, ich hätte euch an meiner Seite nicht missen wollen und bin euch wirklich Dankbar. DANKE für eure tolle Arbeit!

 

Und ich weiß, das ich nicht alleine dastehe. Ich weiß. das es vielen wie mir geht und ging. Und von daher müssen wir ALLE den Hebammen helfen. Hebammen sind wichtig, für die Geburt, für davor und danach. Und nicht nur für uns Frauen und die Babies, nein auch für die Männer. 

 

Bitte unterschreibt die Petition HIER.

 

Und auf Facebook hat sich eine Gruppe „Rettet unsere Hebammen“ gegründet, wo besprochen wird was man tun kann, wo darüber berichtet wird und so weiter. Es muss geteilt werden, es muss an die Öffentlichkeit und noch viel mehr, es muss die Politiker erreichen. Es muss einfach was getan werden.

 

Ich wünsche euch nun noch einen wundervollen Tag,

 

eure Mine

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2 Comments

  • Reply Rose Noreia 19. Februar 2014 at 14:19

    Sehr schön geschrieben!

    Ich habe da etwas andere Erfahrungen gemacht: http://rosenoreia.blogspot.de/2014/02/rettet-unsere-hebammen.html

    Diese unterschuedlichen Erfahrungen zeigen, wie unterschiedlich die Bedürfnisse einer Schwangeren / frischgebackenen Mama sein können und wie wichtig daher dieser Beruf ist! Und das nicht nur während der Geburt!

    Liebe Grüße
    Rose

  • Reply Marike2287 23. Februar 2014 at 21:59

    Hallo

    Das grosse Problem sind halt die Risiken in der Berufsgruppe. Ich würde mir auch wünschen, dass die Krankenversicherung Hebammen mehr Bedeutung zukommen lassen würde. Zudem haben die wenigen Anbieter praktisch ein Monopol auf die Zusatzversicherung für Hebammen. Das wird eventuell dazu führen, das die Betreuung durch eine Hebamme extra bezahlt werden muss.
    http://www.prolife.ch

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