alleinerziehend

Das erste Jahr alleinerziehend.

30. August 2020
mimi_Erdbeer_Allerinerziehend

Hallo ihr Lieben,

lange Zeit habe ich hier nichts geschrieben und es fühlt sich gerade ein klein wenig wie „nach Hause kommen“ an.
Im letzten Jahr ist so unfassbar viel passiert von dem ich euch ein bisschen berichten und auch Mut machen will. Denn es erreichten mich in diesem Jahr viele Nachrichten von euch zum Thema „Trennung“, „die finanzielle Situation“, „alleinerziehend sein“, „Umgangsrecht des Vaters“ oder gar Fragen, nach dem Leben im „Patchworkmodus“. Auf all diese Fragen möchte ich in diesem Artikel eingehen und euch zeigen, dass alleinerziehend nicht immer ausschließlich schlecht sein muss, aber dennoch auch anders und schwer sein kann.

Die Zeit nach der Trennung

Ich hatte euch ja in einem anderem Artikel schon von der Trennung geschrieben. Wir sind im Guten auseinander gegangen und auch jetzt, über 1,5 Jahre später, verstehen wir uns noch immer sehr gut. Aber auch das war und ist Arbeit. Denn ob man will oder nicht befindet man sich in einer gewissen Art und Weise ja noch immer in einer Beziehung zueinander. Natürlich nicht mehr auf der Ebene als Liebespaar, aber weiterhin als Eltern. 

Wir hatten am Anfang schon kleine Startschwierigkeiten, da wir beide erstmal unsere Rolle im neuen Leben finden mussten und ich empfand es als sehr eigenartig meinen Exmann plötzlich als „Gast“ in unserer alten, gemeinsamen Wohnung zu empfangen. Aber das legte sich mit den Monaten und nun sitzen wir auch mal alle zusammen und essen Abendbrot oder quatschen noch kurz.

Insgesamt haben wir ein freundschaftliches Verhältnis, sind uns aber eben unserer Pflicht als Eltern durchaus bewusst. Wir besprechen uns nach wie vor, Elternabende besuchen wir zusammen (sofern dies möglich ist) und ansonsten klappt es auch sehr gut uns abzusprechen was zB. die Papazeiten angeht, Extrazeiten und auch das wöchentliche telefonieren zwischen Papa und Kind.

Aber vom Verhältnis zum Expartner, gibt es ja auch noch den Punkt des „plötzlichen“ alleinerziehend sein. Denn ich stand auf einmal da und musste alles was mich, meinen Haushalt und Mia betraf komplett alleine regeln. Wo es vorher eine Aufgabenverteilung gab und somit auch eine Entlastung, so blieb nun alles an mir hängen und ich musste mich neu organisieren. Die ersten Wochen waren hart dahingehend, da mache ich euch mal nichts vor. Aber wenn man durchhält, sich und Dinge ausprobiert, dann bekommt man auch ganz schnell wieder eine Routine rein und es wird einfacher.

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Ängste durch das alleinerziehend sein

Meine größte Angst, als wir die Trennung durchzogen, war natürlich der finanzielle Aspekt. Ich hatte unfassbare Angst davor, meine monatlichen Kosten nicht decken zu können oder andere Dinge nicht zahlen zu können, mit nur meinem Einkommen. Aber auch da legte sich die Angst recht schnell, denn mit meinem Einkommen, Kindergeld und auch Unterhalt von Mias Papa geht es uns nicht schlecht. Natürlich sind die Summen die nun von meinem Konto abgehen andere, als wenn man sich die meisten Kosten teilt, dennoch ist es möglich.

Und genau mit dieser Frage bekam ich die meisten Mails von euch, weil ihr (die auch an eine Trennung denken) genau davor angst haben. Es ist eine Umstellung, da machen wir uns mal nichts vor und höchstwahrscheinlich lebt man auch nicht immer in Saus und Braus. Ich denke, es kommt auf die eigenen Lebensstandards an die man hat und was einem wichtig ist. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass es definitiv machbar ist. Meine größte Angst, hat sich somit nicht bewahrheitet. Es ist anders, aber nicht schlechter.

Zudem war da meine Angst, nun für immer alleine zu sein. Dass sich doch kein Mann im Alter von 30 (der vllt nicht mal eigene Kinder hat) sich für eine Frau mit Kind interessiert. Aber auch da sollte ich schnell lernen, dass dieser Gedanke totaler Quatsch ist. Ich unterhielt mich mit dem Vater einer Freundin darüber, da er damals auch seine Frau, samt ihrer Kinder, ins Herz geschlossen hatte und er sagte mir einen Satz, der nachhaltig in meinem Kopf blieb:

“ Wenn ein Mann dich wirklich liebt, dann auch mit allem was dazu gehört. Da hinterfragt er nicht deine Kinder, sondern akzeptiert dich mit ihnen und deiner kompletten Vergangenheit. Tut er es nicht, dann schieß ihn ab.“

Und damit sollte er recht behalten. Ich kann euch sagen: Ein neuer Partner liebt und akzeptiert alles an und mit euch, wenn er es wahrlich ernst meint. Es gibt da draußen doch ne ganze Menge Männer, die mit Kindern aus vorherigen Beziehungen keine Probleme haben.

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Umgangsrecht des Vaters

Auch hier gilt es, sich anfangs bewusst zu machen, welche Regelung man gerne hätte. Und ich persönlich finde, man sollte alle Meinungen und Wünsche mit einfließen lassen vom Expartner, wie auch vom Kind. Bei uns kam schnell die Regelung, dass Mia jedes 2. Wochenende von Freitag bis Sonntag zum Papa geht. Das war der Grundsatz – aber sie verbringt auch in den Ferien Zeit dort und weitere Zeiten außerhalb dieser Regelung können wir jederzeit besprechen. Bisher gab es dahingehend wirklich kaum Probleme und wenn, dann ließ sich immer eine Lösung finden.

Nun kommt so langsam der Wunsch von Mia auf, dass sie gerne das 50:50 Modell hätte, da sie ihren Papa doch sehr vermisst. Durch Corona teilten wir es uns schon fast jeder zur Hälfte, da es teilweise gar nicht anders möglich war. Aber da merkte auch Mia, wie anstregend dieser ständige Wechsel letztlich für sie ist. Das war damals auch unsere Sorge. Nun überlegen wir, wo so langsam die „Normalität“ wieder einkehrt, wie wir ihr diesen Wunsch erfüllen können. Denn, Butter bei die Fische, für mich sind das widerrum finanzielle Einbußen und das erhöht natürlich wieder die Ängste, die ich oben schon beschrieb.

Letztlich muss jedes Elternpaar da eine kompetente Lösung finden, aber vorrangig sollte da an das Wohl des Kindes gedacht werden und nicht an den eigenen Stolz der evtl. verletzt wurde oder weil man Rachegelüste hat. Bitte behaltet dies im Hinterkopf: Denn das schadet nur eurem Kind.

Ansonsten gibt es noch die Regelung von festen Telefonzeiten immer Dienstags und Donnerstags und natürlich darf ihr Papa sie jederzeit sehen und besuchen und auch wenn Mia den Wunsch hat, kann sie immer anrufen oder vorbeigehen.

 

Patchwork – klappt das?

Eine andere Frage die des Öfteren kam, war, ob wir denn neue Partner hätten. Und das kann ich direkt beantworten: Ja. Mia versteht dich ein Glück mit beiden sehr gut, vorrangig wichtig ist dies bei ihrem Papa, da die beiden zusammen wohnen und da muss ein zusammenleben auch klappen.

Kurz nach der Trennung hätte Mia neue Partner nicht akzeptiert, da der Wunsch, dass Mama und Papa wieder zusammenkommen sehr hoch war. Wir haben ihr aber sehr schnell das Gefühl vermittelt, dass wir zwar getrennt sind, aber für sie immer da sind. Somit lösten sich auch bei ihr die Ängste, dass sie einen von uns verlieren könnte und wurde so offener für neue Partner an der Seite.

Natürlich probiert sie sich auch aus, wie weit sie gehen kann. Dennoch ist sie aber immer höflich, hört auch auf die neuen Partner und lässt sich darauf ein, was es uns allen auch einfacher macht. Das komplette Zusammenspiel funktioniert daher sehr gut. Mehr zu diesem Thema folgt aber in kommender Zeit.

Habt keine Angst vor dieser Veränderung

Ich kann es absolut nachvollziehen, dass diese neue Lebenssituation angst macht. Zumal man oft nur Horrorgeschichten hört oder Rosenkrieg herrscht. Ich wollte euch hiermit zeigen, dass es auch ganz anders laufen kann, aber dass natürlich beide Expartner wirklich an einem Strang ziehen müssen und den Beziehungsmittelpunkt, nämlich das Kind, im Auge behalten sollten.

Jegliche persönliche Probleme sollten außerhalb des Kindes definitiv geklärt werden um ein harmonisches Miteinander haben zu können.

Solltet ihr noch Fragen haben oder Themen die euch dazu interessieren, dann hinterlasst diese gerne in den Kommentaren. Und erzählt mir auch gerne von euren Erfahrungen die ihr gemacht habt.

Herzlichste Grüße,

eure Mine

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