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Corona – ändert unseren Alltag und Leben.

16. März 2020
Corona

Hallo ihr Lieben,

 

da melde ich mich nun endlich aus der Versenkung zurück und statt euch an allgemeinen und schönen Themen teilhaben zu lassen, möchte auch ich nun etwas zur aktuellen Coronakrise teilen, bevor ich doch in den „normalen Alltag“ übergehe. Natürlich mache ich mir zur momentanen Situation viele Gedanken, man wird mit Nachrichten überflutet und es gibt gefühlt kein anderes Thema mehr. Und nicht der Virus macht mir angst, sondern all die Umstände die daraus gerade resultieren.

 

Allgemeine Gefühlslage und Gedanken

Was soll ich euch sagen? Vor wenigen Wochen hab ich das ganze Thema ehrlich gesagt noch komplett belächelt. Ich habe es nicht ernst genommen und mir noch gedacht „hört doch mal auf mit der Panik.“ Mittlerweile muss ich sagen, dass ich nicht angst vor dem Virus an sich habe. Denn ich bin jung, gesund, habe keine Vorerkrankungen und zähle definitiv nicht zur Risikogruppe, aber meine Großeltern tun es. Sie sind über 70, haben Vorerkrankungen und sind zum Teil krank. Natürlich gilt es nun die älteren Mitbürger zu schützen und all Jene die mit jeglichen Erkrankungen zu kämpfen haben und für die Corona tödlich sein kann.

Mir ist all dies bewusst. Auch, dass man die Einschränkungen nun durchführt um den Verlauf der Pandemie zu verlangsamen damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht und allen eine Therapie gewährleistet werden kann.

Dennoch muss ich zugeben, dass ich ein sehr mulmiges Gefühl habe. In Berlin ist es immer lebendig, laut, voll und hektisch – die Stadt die niemals schläft. Auf einmal ist alles geschlossen, die Leute drehen durch und hamstern ohne Ende. Was es mit dem Klopapier auf sich hat, werde ich wohl nie verstehen. Allerdings fühle ich mich beim einkaufen schon doof, wenn ich Toilettenpapier kaufe, mir Seife nehme oder gar passierte  Tomaten. Alltagsdinge und man wird schräg angeschaut.

Ich habe das Gefühl, dass wir in einem Film sind und ich warte noch darauf, dass Tom Cruise aus seinem Flugzeug springt und uns alle rettet. Aber das wird nicht passieren, weil das hier die Realität gerade ist. Alles ist geschlossen, Leute drehen durch, wir werden zur absoluten Isolation gezwungen. Mir macht eher all das Angst. Weil wir nicht wissen, wie lange das alles sein wird. Ich gehe nicht davon aus, dass das nach Ostern endet, denn die schlimmste Zeit wird jetzt erst beginnen.

Isolation & Depressionen

Der nächste große Gedanke den ich habe, ist der, was mit mir passiert, wenn wir wirklich alle zu 2 Wochen Quarantäne Zuhause verpflichtet werden. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Ernst der Lage verstanden und dass es wichtig ist soziale Kontakte auf das Geringste zu reduzieren. Als Mensch mit dem Hang zu Depressionen und nach einem Nervenzusammenbruch ist aber genau das meine größte Angst.

Alleine zu sein mit all meinen Gedanken. Ich bin gerade in einer Selbstfindungsphase und all das was gerade passiert ist mehr als kontraproduktiv. Ich kann nicht mehr frei entscheiden, ich kann nicht mehr all das tun was mir gut tut (wie dann zB nicht mal mehr spazieren gehen) und vor allem verlieren wir gerade alle etwas die Kontrolle, weil wir alle nicht wissen was als nächstes passiert und wie lange dieser Zustand wohl andauern wird.

Für Leute mit Depressionen wird diese Zeit nicht einfach. Also, solltet ihr Menschen kennen, die damit Probleme haben, dann ruft sie öfter an, fragt nach wie es ihnen geht oder ob ihr irgendwie helfen könnt. Ich bin ein Glück nicht ganz allein und habe nun auch noch ein bisschen Qualitytime mit meinem Freund, während Mia bei ihrem Papa ist. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir das ermöglicht wird, eh hier der komplette Lockdown ausgerufen wird.

Kinder Zuhause unterrichten – Finanzielle Angst

Ab morgen müssen die Kinder in Berlin Zuhause bleiben und wir Eltern müssen neben der Arbeit auch noch den Unterricht gestalten und für Unterhaltung sorgen. Ich muss zugeben, ich werde sauer, wenn ich im Zusammenhang mit Corona dann den Hashtag lese #Coronaferien. Es sind verdammt nochmal keine Ferien. Viele Eltern wissen überhaupt nicht wie sie ihren Alltag stemmen sollen. Alleinerziehende sind auf die Betreuung angewiesen um arbeiten gehen zu können und nicht in jedem Job ist Homeoffice möglich.

Meine Arbeit fällt weder in die Kategorie die gerade unabdingbar ist, noch könnte ich Homeoffice machen. Ja, wir dürfen unsere Kinder mit zur Arbeit nehmen, aber das ist einfach gar nicht machbar. Wenn alle ihre Kinder mitnehmen, dann kann keiner mehr richtig arbeiten und versichert sind die Kinder im Falle eines Unfalles auch nicht.

Ich habe das Glück, dass Mias Papa im Homeoffice arbeiten kann und auch sofort seine Hilfe angeboten hat, dass er Mia übernimmt. Was aber machen all die Jenigen die dieses Privileg nicht haben? Die nicht eh Zuhause sind oder einen Job haben der es ermöglicht von Zuhause zu arbeiten. Der Hashtag schlägt all jenen direkt ins Gesicht, die sich gerade reelle Zukunftsgedanken machen, weil sie angst haben ihren Job zu verlieren oder jetzt schon nicht wissen wie sie die Rechnungen zahlen sollen, weil die Einnahmen fehlen.

Natürlich kann man die Zeit nutzen, sich freuen, seinen Mann mehr zu sehen. Aber seid doch mal ehrlich zu euch selbst: Dieses Privileg haben die Wenigsten und nicht Jeder kann das so freudig sehen. Nehmt doch bitte auch darauf Rücksicht. Wenn doch alle schon appellieren, dass wir doch nun alle zusammenrücken und zusammen halten sollen. 🙂

Ausnahmezustand Berlin

Ansonsten muss ich sagen, habe ich das Gefühl einer Endzeitstimmung hier. Diese Ruhe ist sehr komisch und ungewohnt. Als ich heute bei meiner Ärztin war (wo ich vorher telefonisch erfragen musste, ob ich vorbeikommen kann) war ich die Einzige Patientin. Das wurde extra so eingerichtet.

Im DM wollte ich Seife kaufen .. man darf nur noch 1x Seife pro Person kaufen und dabei benötigte ich tatsächlich 2, aber ich durfte nicht. Durch all die Hamsterer kann man nicht mal mehr die Dinge kaufen die man benötigt und das löst in mir wirklich Kopfschütteln aus. Ich verstehe, dass manche Menschen Angst haben, aber niemand wird hier verhungern oder sich nicht mehr den Po abputzen können. 

Die Läden in Berlin sind leer. Wenn man abends, nach der Arbeit noch einkaufen möchte, kann man es eigentlich auch direkt bleiben lassen. Ich habe sowas noch nie erlebt. Aber, mein Kühlschrank ist voll. Mia und ich werden diese Woche gut überstehen.

Ich kann gesund werden, gleichzeitig muss ich mich um sie und ihre Schulsachen kümmern. Wir muckeln uns etwas zusammen und dennoch werde ich mit ihr auf den Hof, an die frische Luft gehen. Weil wir Menschen nun mal auch frische Luft und Sonnenlicht brauchen um nicht durchzudrehen.

Also ihr Lieben, ich musste diese Gedanken dazu einfach mal teilen. Weil mich genau das nun beschäftigt hat und ich das mal loswerden wollte. Passt auf euch auf, bleibt gesund und schauen wir mal, wie lange diese Krise dauern wird.

Ich werde dennoch in den kommenden Artikeln Dinge fernab von Corona behandeln und schreiben, einfach auch um zu unterhalten und auch etwas abzulenken.

Liebste Grüße,

eure Mine

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