Allgemein, Persönliche Erinnerungen/ Gedanken

„Nein, ich geh nicht mit!“

6. November 2015

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Hallo ihr Lieben,

 

ich möchte heute ein Thema ansprechen, welches IMMER aktuell sein sollte und es durch die Medien leider auch gerade ist. Ich möchte heute darüber schreiben, dass man seine Kinder stärken und vorallem aufklären sollte im punkto von fremden Menschen und das sie lernen laut und stark „NEIN“ zu sagen. 

 

Ich werde auch ein bisschen von uns und meinen Erfahrungen mit Mia in diesen Punkten berichten und möchte euch dann noch 2 passende Bücher zu diesem Thema vorstellen. (Diese Bücher habe ich nicht gesponsert bekommen)

 

Aber auf Anfang. Mia war schon immer ein sehr offenes Kind. Sie ging freundlich und meist ohne groß ängstlich zu sein auf fremde Menschen zu. Überwiegend aber auch nur dann, wenn ich in der Nähe war. Ich erinnere mich an eine Situation als Mia so ca. 1,5 Jahre alt war. Meine Freundin und ich waren mit unseren beiden kleinen Mädels im Kindercafé. Es war ein Samstag und dort dementsprechend brechend voll. Wir saßen an einem Tisch, wo wir Kaffee tranken und Kuchen aßen und unsere Beiden spielten friedlich in unserer Sichtweite. Neben mir saßen 2 andere Papas. Und irgendwann ging Mia zu dem einen Papa hin und wollte auf seinen Schoß. Sie war so hartnäckig, bis der Herr sie auf den Schoß nahm. Mir war das sehr unangenehm und er sagte dann zu mir: „Na, deine Kleine ist aber sehr zutraulich. Da musst du später echt aufpassen.“ Da hatte er natürlich recht und auch ich sah das so, aber wie erklärt man das einem 1,5 Jahre altem Kind?! Erstrecht wo in diesem Alter immer ein Elternteil dabei ist?

 

Ich fing an ihr immer wieder zu erklären, dass sie nicht zu offen auf fremde Menschen zugehen soll. Natürlich möchte ich ebenso wenig, dass sie später vor allen Leuten angst hat, sondern das sie einfach versteht, wie weit sie gehen kann. Ich habe euch ja schon öfter geschrieben, dass ich eine absolute Glucke bin und natürlich habe ich rund um die Uhr angst um meine Tochter und hoffe, dass einfach nie und nimmer was passiert. Ich möchte nicht hier zu Hause sitzen und Angst haben müssen, dass ich mein Kind nie wieder sehe. Und wenn man heute die Medien öffnet, dann ist alles voll davon, von 2 kleinen Jungen. Ihr wisst, welches Thema ich meine und es schnürt mir die Kehle zu.

 

Einerseits würde ich meine Tochter gerne einsperren, an mich fesseln und niemals weiter als 1 m Abstand halten lassen. ABER das geht absolut nicht. Ich muss sie sich entfalten lassen, ihr Freiräume geben und sie zu einem selbstständigen und selbstbewussten Menschen großziehen. Immer wieder werden die „Helikopter-Mütter“ so unter Verruf gestellt. Andererseits kann ich diese Art der Eltern absolut verstehen. Ich möchte natürlich nicht permanent an meinem Kind kleben, auch nicht auf dem Spielplatz. Zugeben muss ich aber, wenn ich sie nicht mehr im Blick habe, dann gehe ich schauen wo sie ist um sie wieder im Blick zu haben. Manchmal habe ich das Gefühl ich bin zu überfürsorglich oder paranoid, aber kann man das als Mutter eigentlich sein? Wie handhabt ihr das denn?

 

Nun gab es aber vor einigen Wochen einen Moment, der mich erschaudern ließ und mich zum handeln brachte. In den Medien wurde ein kleiner Junge gesucht. Und in dem Moment schoß mir die Frage in den Kopf, wie Mia wohl reagieren würde, wenn sie von einem fremden auf dem Spielplatz angesprochen werden würde. Um mir diese Frage zu beantworten, fragte ich sie:

 

Ich: „Mia, wenn ein fremder dich anspricht und dir zB Hundewelpen zeigen möchte oder Süßigkeiten geben will, was machst du dann?“

 

Mia: „Ich gehe mit und ess die Süßigkeiten.“

 

Mir war schlagartig schlecht. Und das richtig. Meine Tochter würde ohne mit der Wimper zu zucken mitgehen. Ich machte mir also einen Kopf, wie ich mein Kind über dieses Thema aufklären und sensibilisieren könnte. Ich suchte im Internet nach Buchvorschlägen und fand auch eins, welches super Bewertungen hatte: „Ich geh doch nicht mit jedem mit.“ *

 

Buecher

 

Gleichzeitig schaute ich noch nach einem Buch um Mia zum Thema körperlichen Kontakt aufzuklären. Wann sie merkt, dass es nicht richtig ist und sie klar und deutlich mitteilen kann, das sie bestimmte Berührungen nicht möchte: „Mein Körper gehört mir.“ * Auch das ist ein Thema, welches wichtig ist und auch mir nicht gerade angenehm ist. Ich musste das ein Glück nicht erleben, möchte aber, dass Mia uns dies im Fall der Fälle mitteilen kann. Dieses Buch hier ist allerdings erst ab 5. Sie hat es beim vorlesen noch nicht ganz begriffen, wobei ich das Buch super finde. Wenn ihr ein Buch kennt, welches das Thema Schutz vor Missbrauch ab 4 gut erklärt, bin ich dankbar für Tips.

 

Das Buch „ich geh doch nicht mit jedem mit“, ist dagegen schon sehr gut verständlich. Es gehört mittlerweile sogar zu Mias Lieblingsbüchern und auch ich bin sehr begeistert von dem Buch. Wenn ich ihr nun die gleiche Frage wie oben stelle, dann antwortet sie mir klipp und klar, dass sie weder mitgeht, noch etwas isst oder gar annimmt. Auch, wenn sie jemand gewaltsam mitnehmen will und beispielsweise ihren Arm greift, weiß sie das sie sich wehren und laut nach Hilfe rufen soll. Auch wenn sie noch nicht alleine unterwegs ist, gibt es mir ein besseres Gefühl. Man weiß nie wer vielleicht auf dem Spielplatz mal abseits steht und man selbst ist auch nicht jede Sekunde wachsam. 

 

Wichtig finde ich, den Kindern keine Angst im Bezug auf diese Themen zu machen oder alle fremden Menschen als schlechte Menschen darzustellen. Dennoch empfinde ich es als richtig, Kinder frühzeitig aufzuklären und ranzuführen. 

 

Wie macht ihr das? Habt ihr eure Kinder aufgeklärt und wenn ja, wie habt ihr das gemacht?

 

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend,

 

eure Mine

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2 Comments

  • Reply Lena 7. November 2015 at 20:32

    Hallo Mine.
    unsere Tochter ist jetzt 3,5 Jahre. Sie hatte, ich möchte zum Glück sagen, viel Angst vor Fremden und am Anfang sogar vor Opa und Onkeln. Sie hat dann nach und nach gelernt, vor wem sie keine Angst haben muss (vor Ärzten heute leider immer noch, obwohl sie nie schlechte Erfahrungen mit denen gemacht hat). Ich finde dies allerdings besser, als wenn sie von Anfang an sehr offen sind, weil ich es tatsächlich sehr schwer finde kleinen Kindern von 1 oder 2 Jahren zu erklären, dass sie nicht bei jedem auf den Schoß können oder mitgehen dürfen.
    Meine Tochter liebt Gummibärchen und wir waren (sie war noch keine 3 Jahre) in einem Schwimmbad und da war in der Umkleidekabine eine fremde Mutter mit Kind, das Gummibärchen hatte. Die Mutter hat dann meine Tochter gefragt, ob sie auch welche möchte und meine Tochter meinte „Nein“. Ich war in dem Moment sehr verblüfft, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass sie „Nein“ sagt und gleichzeitig sehr stolz, dass sie schon so reagiert.
    Ich habe meiner Tochter gerade die gleiche Frage gestellt, wie du deiner Tochter mit den Hundwelpen. Meine war total erschrocken und meinte, ich geh doch mit keinen Fremden ich will doch bei meiner Mama bleiben, dann nimmt der mich mit.
    Natürlich ist das nie eine Garantie, man kann nur hoffen, dass sie nicht in so eine Situation kommen. Vorallem, wenn man auch sieht wie viele Leute wegschauen und sich nicht „einmischen wollen“.
    Wir haben das Buch „Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit“
    Schönen Abend noch und viele Grüße
    Lena

    • Reply MiMi Erdbeer 8. November 2015 at 21:47

      Hallo Lena,

      danke für deine Erfahrung. Das Thema ist generell sehr komplex und ich denke, dass Kinder in so in einer Situation evtl. tatsächlich auch anders reagieren. Wir als Eltern können sie nur Stark machen und ihr Selbstbewusstsein stärken und ihnen eben nur erklären was passieren könnte. Es ist ja nicht gleich jeder Mensch schlecht, der dem Kind ein Gummibär anbietet, dennoch finde ich es super, wenn Kinder da „nein“ sagen 🙂 Oder sie die Eltern fragen, ob es okay sei das anzunehmen.
      In unserem Buch geht es um den gleichen Satz: „ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit.“ und finde solche Bücher als Hilfsmittel wirklich sehr gut 🙂

      Liebe Grüße,
      Mine

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